Geschichte des Standorts

In der Berliner Tiergartenstraße 4 war ab April 1940 die Zentrale für die Planung des Massenmords an Patienten aus den Heil- und Pflegeanstalten im Deutschen Reich. Unter dem Decknamen »T 4« – oder einfach »Aktion« – wurde das Verbrechen hier in die Wege geleitet, abgestimmt und durchführt. Über 70.000 Menschen wurden in den Gaskammern der sechs Tötungsanstalten ums Leben gebracht. Am 24. August 1941 wurde die »Aktion« auf den Befehl von Adolf Hitler abgebrochen. Grund dafür waren kirchliche Proteste und Unruhen in der Bevölkerung.

Nicht nur im Deutschen Reich wurden Anstaltspatienten ermordet. Gleich nach Kriegsbeginn, im September 1939, begann das Morden auch in den besetzten Gebieten; insbesondere in Polen und der Sowjetunion. Nach dem scheinbaren Stopp der »Aktion T4« im Sommer 1941 wurden die Krankenmorde an verschiedenen Orten fortgesetzt. Auch in den besetzten Gebieten im Osten starben viele Kranke und Behinderte durch Nahrungsentzug und Medikamentengabe.

Die »Aktion T 4« war die erste zentral organisierte und systematische Massenvernichtung von Menschen durch die Nationalsozialisten. Die Ermordung der jüdischen Anstaltsinsassen war der Beginn des Völkermords an den Juden.

Aber die »Aktion T 4« ist nur ein Teil des gesamten Verbrechens an Anstaltsbewohnern. Die Forschung geht derzeit von mehr als 300.000 Opfern des sogenannten »Euthanasie«-Programms in Europa aus.

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